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War nicht auch Sasha gegangen? Hätte ihr mehr an der Rookwood gelegen, dann hätte sie sich doch sicher gemeldet? Hätte hätte, Myrtles-Basilisken-Toilette.
Wirklich, der Tag würde kommen an dem sie wie Kinder Laub, Erde, Äste, Steine und Käfer als proteinreiche Beilage in Sandförmchen und Eimern mischten und sich das gegenseitig als Suppe präsentierten. Probier doch mal! Und dann knirschte einem drei Tage lange das Maul.
Auch weitergehend auf anderer Seite keine Konsequenzen, das zum Havarieren verurteilte Schiff schipperte weiterhin auf Kuschelkurs, aber nicht mit ihnen, die Ratten hatten den sinkenden Kutter rechtzeitig verlassen und sich hier versammelt.
Das penetrante Klacken der Stöckelschuhe war inzwischen verklungen, und er hoffte inständig, dass sie jetzt mit besonders schlechter Laune irgendwo zwischen ihren Aktenbergen in der Einsamkeit ihres Büros einen überteuerten Joghurt frass, der wenigstens ihrem Verdauungstrakt temporär ein wenig Kultur verleihen würde.
Er verzog sichtlich angespannt das Gesicht, konnte sich gerade davon abhalten, irgendeinem nervösen Tick nachzugehen oder die Tasse mit einem Aufschrei hinter sich zu schmeißen, Remus den Hügel hinabzuschubsen, seine Unschuld in die Welt hinauszubrüllen und über den Gartenzaun ins Gebüsch zu türmen. Je länger er darüber nachdachte, desto attraktiver kam ihm diese Option im Vergleich zu seinem Geständnis vor.
„Könnte ein paar neue Interessenten locken. Bin mir ziemlich sicher, die Gegenseite wirbt damit. Weltherrschaft und gratis Tattoo. Unschlagbare Kombi.“
„Ich nehm einen Tee. Mit ein bisschen Käse. Extra. Nicht im Tee, bitte.“ Musste man ja durchaus klarstellen, gab bestimmt Menschen, die ihren Tee mit Käse anstatt Zucker tranken. Teese quasi.
„Liebe kann man nicht kontrollieren…“, kam es leise über ihre Lippen ob seiner Worte, der Versuch zu ignorieren, dass er ihr nicht geben konnte, was sie brauchte. Kein für immer. Kein bis ans Ende unserer Tage. Aber sie konnte ihm ein Versprechen geben, oder nicht? Bis ans Ende seiner Tage.
Ihr Gesicht sprach wait a minute, bildete sie sich zumindest ein, ihr Mund indes tat das aber nicht, weshalb die kleine Rookwood eine Weile einfach nur dämlich dreinblickend im Baum hockte und den Nachbarn anblickte. Das war nicht nur, als fehlte ihr hier ein Teil des Puzzles, das war eher, als würde er Mensch ärger dich nicht spielen und sie Tempo, kleine Schnecke. Das waren überhaupt zwei der dümmsten Spiele, die sie je erlebt hatte, aber gut, war nun nicht so als wäre Zaubererschach besonders progressiv oder mehr als eine brachiale Art, jemanden zu schlagen ohne ihm mit der Faust das Gesicht in die rechte Richtung zu justieren, um seine Gedanken mit der Faust in eine neue Flugbahn zu korrigieren.
Seine Gedanken blieben stattdessen für einen Moment zu lange bei der Vorstellung hängen, dass Eleuthia Ketteridge auf ihren hohen Absätzen durch den Morast des Auffangdorfes gestackst war, um anschliessend zwischen dünnen Stoffwänden auf einer Yogamatte naked cardio zu betreiben
«Wusstest du, dass Hodenstrafung die neue Brustvergrösserung ist. Man sollte in Schönheitschirurgie investieren», erwiderte er, fischte sich einen Krümel vom Bett und schob ihn sich einfach zwischen die Lippen, ehe er zum halbleere Scotchglas griff und das Gesicht verzog, als er den Rest austrank. «Meine Familie ist elend», erwiderte er auf Französisch, damit sich das auch mehr nach Drama anhörte. «Wie steht es um deine Hoden?»
Siehst du dich sofern ab davon, Hilfe zu verdienen, dass du dich lieber weiter vergiftest, lieber irgendwann in eine Welt abdriftest, in die ich dir nicht folgen kann?
„Ich bin Apfelenthusiastin“, gab sie eine abgehackte Erklärung für den Exkurs her und ließ den Blick dann von ihrem Nachbarn ins Gras wandern; da biss sie am besten zeitnah rein damit die Evolution doch noch eine Chance haben konnte.
Die sanfte Berührung an seinem Arm ließ ihn davon ausgehen, dass sie etwas positives gesagt hatte, ließ ihn weiter lächeln während er in seinem Hirn nach einer passenden Übersetzung suchte. Sie liebte irgendetwas. Ihn? Verständlich, aber überstürzt. Den Wein? Nachvollziehbarer.
Es reichte nicht, dass der Orden ein maroder Hühnerstall mit dem passenden Federvieh war derzeit, erschüttert von einem bisschen Rebellionsgeist, nein, es musste auch noch passieren, dass er eine Person küsste und das diesmal nicht belangloser Zeitvertreib war, nein, natürlich verdammt nochmal nicht, es musste darin enden, dass sie sein Geheimnis lernte, weil irgendeine Geisteruschi eine Rechnung im Diesseits mit allem und jedem hatte, der ihren Weg kreuzte.
Der Gedanke war dann wieder verschwunden, als Bedivere auf seinen nackten Oberkörper sprang, um sich zu strecken. Gerechte Strafe, wenn jemand irrationale Neugierde für interessante kleine Blondinen, die mit ihrer unterdurchschnittlichen Körpergröße ihre Nasenlöcher zur Unkrautbereinigung der gemeinsamen Gartenmauer etwa bis zu deren Oberkante nutzen konnten, als Zeitvertreib kultivierte. (Er war ein furchtbarer Mensch und Bedivere hätte ihm echte Gewalt antun sollen.)
„Bei Sawyer reagiert man ja aber schon über, wenn man zwei Fragen hintereinander stellt anstatt nur eine.“ Da zupfte ein leichtes Grinsen an ihren Lippen, denn so sehr sie ihren Bruder ja wirklich liebte, es hatte eben auch was mit ihrer nicht-blutsverwandten-Schwester über den Moralapostel herzuziehen.
„Ist Kunst nicht so dein Ding oder musstest du einfach heute Abend lange arbeiten?“ Möglicherweise zu neugierig, aber wer ihn zum Bleiben einlud, erwartete doch sicher nicht, dass er vor sich hin schwieg. Eigentlich hätte Jay ja am liebsten gefragt, ob Sex mit seiner Ehefrau nicht so sein Ding war, aber das ging jetzt wirklich zu weit.
Er hatte Kopfschmerzen, zu wenig geschlafen. Und der verdammte Tee war nicht stark genug. In der Zeitung stand auch wieder nur Scheiße. Und das Marmite war zu allem Überfluss auch noch alle. Weswegen er jetzt Orangenmarmelade auf sein Käsetoast geschmiert hatte.
Sollten sie beide nicht mehr vom Leben wollen? Vielleicht sollten sie generell einfach darüber sprechen, was sie von dieser Ehe hielten, davon erwarteten? Er auf französisch, sie auf spanisch und am Ende hatten sie einander nicht verstanden. Ehe halt. Perfekte Übung.
Hatte er seinen magischen Touch verloren? War er damals so betrunken gewesen, dass er einfach nicht Aldric genug gewesen war? Er wusste es nicht, es machte ihn unsicher und er hasste es, unsicher zu sein. Das war nicht sein Terrain, da lebte sein Bruder. Und wo sein Bruder lebte, da wollte er nicht mal aufs Klo gehen.
„Pippa, woher kommt diese Information? Bist Du dir sicher, dass Radd tatsächlich verschwunden ist? Dass man dich nicht zum Narren hält? Dass er nicht einfach …“ Bolt machte eine große, ausladende Geste, die aussah wie das, was der Flaschenbovist machte, wenn die Zeit reif war. Ejakulieren und sich dabei den Kopf wegsprengen, in etwa.
„Aber hast du vielleicht Lust dich zu betrinken“ den Anfang hatten sie ja schon gemacht und die kleine Ansammlung von Gläsern vor ihnen war vielversprechend, „und danach, vielleicht, Sex zu haben?“ So laut ausgesprochen klang das doch nicht nach etwas das man einfach so sagte. Oder jemanden fragte.
Charakter war eben wie ein Reisepass, er zeigte sich erst an Grenzen und jene seiner Schwester war mit der Pflicht des gleichzeitigen Atmens und Blinzelns erreicht.
Er warf Lyanne einen kurzen, halb ängstlichen, halb genervten Blick zu, weil sie ihm in den Rücken fiel und das nicht dem Eid entsprach, den sie an ihrer Hochzeit geleistet hatte. Durch gute und schlechte Zeiten, es klang so romantisch, bis man merkte, dass die schlechten Zeiten mit der Ehe begannen.
«Tien.» Der angehaltene Atem des Älteren entlud sich in diesem einen Wort, der Erwiderung auf seinen eigenen Spitznamen, der längst mehr war als ein Scherz zwischen besten Freunden. Er war auch nicht nur ein Kosename. Er war Verheißung, Sehnsucht und Versprechen zugleich. Beide Namen zusammen waren wie ein Beweis dafür, dass hier zusammenfand, was zusammengehörte. Schon immer zusammengehört hatte.
Das Gespräch zwischen Juniper und Margo verlief wie das von zwei Verwirrten alten Frauen. Dabei hatten sie nur zu viel Wein gehabt – also zumindest Juniper. Bei Margo war das eine andere Sache, ein Ratespiel, wo man sich die Person auf die Stirn klebte. Bin ich eine Frau – habe ich schon Zeit im Knast verbracht – sind meine Brüste Doppel D?
Er mochte es nicht, wenn man ihm auf die Pelle rückte, aber wenigstens war da noch die klebrige Tischplatte zwischen ihnen. Auf der schien sich ein ganzes Ökosystem von vertrocknetem Bier, verschüttetem Whisky und Merlin wusste was sonst noch abzuzeichnen, während kleine, bernsteinfarbene Tröpfchen in einer verräterischen Spur von Bains schmierigem Whiskyglas hin zur Kante führten. Der Auror verzichtete darauf, herauszufinden, wo die Spur endete, wusste bereits, dass er es bereuen würde.
Rum im Tee. Es war gerade erst Mittag! Andererseits wenn man mal davon absah, dass er eigentlich seit Tagen nicht richtig geschlafen hatte und in seinem Zustand der inneren Dämmerung Uhrzeiten keine Rolle mehr spielten, war es doch auch so, dass bestimmte Situationen auch Dinge erlaubten, die man sich sonst nicht zugestand.
Mit dem Telefon liessen sich in Zeiten absoluter Langweile lustige Dinge anstellen, Anrufe tätigen, Termine im Namen anderer ausmachen. Zum Beispiel die chirurgische Entfernung des Stocks im Arsch von Eleuthia Ketteridge.
Caradoc ein Ladenbesitzer - das war vermutlich das Letzte wo er sich selbst sah. Noch eher machte er einen eigenen Pub auf und versoff sein eigenes Zeug.
Er hatte nur einmal wieder festgestellt, wie schlecht er im Dunkeln sah…er würde wohl eine Petition einreichen müssen, dass Todesser-Angriffe bitte nur tagsüber stattfanden.
Oder ihr war klar, dass er ihr kaum weitere Informationen geben konnte, weil er sie schlichtweg nicht hatte, aber diese Option hielt er für unwahrscheinlich. Das hinderten die Frauen in seinem Leben selten daran, weiterhin auf ihm herumzuhacken und ihn Löcher in den Bauch zu fragen. Nach dem Krieg würde er sich eine Auszeit in einem Shaolin-Kloster gönnen.
Bei Lenore hätte das Sauerstoffvorkommen zwischen ihren Ohren für mindestens drei Monate Überleben im absoluten Vakuum gereicht.
Auf leisen Schritten, auch wenn das kontraproduktiv zu dem war was sie vorhatte, schritt sie durch das Zelt, stellte die Form mit dem in den nächtlichen Stunden zubereiteten Auflauf auf dem Tisch ab und trat dann näher an das Bett. Die Katze - natürlich war sie da - hob alarmiert den Kopf, sah die Blonde misstrauisch an, bewegte sich aber sonst noch nicht weiter, wirkte aber als wäre sie bereit alle Maßnahmen zu ergreifen um sich, das Bett, ihren Bediensteten und die heilige Schlafenszeit die in diesem Zelt galt zu verteidigen.
Love is schließlich all around.
In diesem Moment sollten sie sorgenbefreit sein, sollten sie die Plätze mit ihren Paralleluniversum-Ichs tauschen. Sollten die beiden sich doch mit dem Untergang der Welt beschäftigten, die Sasha Fletcher im Hier und Jetzt wollte sich in grünen Augen verlieren und völlig ohne Rhythmus zu einer Musik tanzen, die sie noch nie im Leben gehört hatte.
Sie wünschte es sich, sie wünschte der Sasha Fletcher und dem Jack Baker im Paralleluniversum eine bessere Zukunft.
Es gab wohl den Begriff Trio Infernale. Diese Konstellation hier war eher ein Trio Catastrofico. Nummer Eins klagte über Sekt, Nummer Zwei war so sarkastisch, dass ihr amerikanischer Akzent wie ein Erzählbruch klang, und Nummer Drei (das war er, Icarus, jawohl) planierte seinem guten, lieben Freund Geoffrey das Fressbrett. Dass davor eine Zelltür gesprengt wurde, sodass das ganze Gefängnis und dessen staubige Großmutter Bescheid wusste, fügte sich in aller Absurdität nahtlos in das Gesamtbild.
Fox sah nach links, nach rechts, leckte sich über die Unterlippe; eindeutiges Signal: Jetzt wurd’s kriminell geheimnisvoll.
Nur weil er beruflich Leute vom Asphalt radierte und andere von der Decke baumeln ließ, bis ihnen die Groschen aus sämtlichen Taschen fielen und das Blut aus der Nase schoss, hieß das ja nicht, dass er keinen Humor haben durfte.
Es alles so auszubreiten, es alles zu erzählen und einzugrenzen, was er dabei dachte, war härter als es jeden Tag nur zu denken. Privaten, persönlichen Hass zu kultivieren wie eine Topfpflanze. Sich zu öffnen, einer gewissermaßen fremden Person, weil man wähnte, auf sie angewiesen zu sein, hatte keinerlei botanische Bedeutung, sondern glich eher dem Versuch, den eigenen Brustkorb mit einem Dosenöffner aufzuhebeln.
Da war ihr sogar dieser Iversen lieber, der schlug halt einfach zu und gute Nacht, Freunde.
Moe war wütend. Nicht einfach nur ein bisschen wütend, weil er jemanden in Adiletten begegnete oder an einem Dinner neben jemandem im Polyester-Anzug sitzen musste. Sondern wütend.
Dunkelblaue, leicht melierte Wolle – vollkommen normal sah das aus, war aber gleichzeitig das wohl schönste Kleidungsstück, das er gegenwärtig besaß und nicht ‚Obacht, Gossengeorg im Anflug‘ brüllte so wie sein restlicher Kleiderschrank.
Die bunten Lichter, die vielen Familien und die herbstliche Heiterkeit – es war als wäre er in eine Muggelserie gefallen, wo alle ständig Kaffee tranken und der Kürbiskuchenwettbewerb einen gesellschaftlichen Eklat hervorrufen konnte. Er, für seinen Teil, war sich nicht mal sicher, wie man Eklat überhaupt schrieb, obwohl er schon einige Bücher gelesen hatte (alleine dieses Jahr mehr als zwei und keines davon mit Bildern oder ein Pornoheftchen).
«Danke», sie sah zu Caradoc, der sich trotz seines Alters wie ein jugendlich flinker Hüpfer schlug – abgesehen vom Treppensteigen, das war etwas erniedrigend gewesen.
«Unser Ehevertrag sagt ich kann, wenn der andere Part sich selbst- und anderngefährdend verhält», versuchte sie es in möglichst neutralen Worten, wobei sie eigentlich hatte sagen wollen: Das kann ich weil du ein beschissenes Arschloch warst «Du kannst auch deine Eltern entscheiden lassen, vielleicht geht’s dann in ein schwedisches oder dänisches Irrenhaus. Dann kannst du den ganzen Tag
Smørrebrød fressen. Oder zurück nach Holland zu den Frikandeln», sie verzog das Gesicht.
Bei den Streithähnen angekommen, war es ein Gerangel aus Gliedmaßen, ehe Thomas sich dazwischen bugsieren konnte. Er stieß den bohnenstangenlangen Rookwood zurück, der aus dem Mund blutete, was er kurz anerkennend registrierte, ehe er Asriel beim Schlafittchen festhielt wie man einen wütenden, kleinen Hund packte, obwohl der Jüngere ihn überragte. Mortimer untersuchte derweil wohl die Beschaffenheit des Sofas oder des Bodens, Zielsetzung unklar.
„Tut mir ja leid, dass ich euch damit belaste, aber wäre Aurelius hier, dann würde ich ihm all das erzählen.“ Ah da geschah es, da hatte Lenore ihre Cousine endgültig gebrochen die sich das Glas sichtlich über die Füllhöhe einschenkte und schließlich in viel zu großen Schlücken leer trank.
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Es ist: 17.04.2026, 18:42
