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Lediglich bei der Erwähnung von Calanthe horchte er kurz auf; das Mädchen hatte es also trotz ihrem eher zweifelhaften Ruf – Edgar Travers verstiess mit Sicherheit niemanden grundlos aus der Familie – geschafft, einen Reinblüter an Land zu ziehen. Noch dazu den einzigen seiner Familie, den man nicht als komplett geistig unzurechnungsfähig einstufen musste; die restlichen Geschwister teilten sich ja offensichtlich eine Gehirnzelle.
Er betrachtete die Ältere einen Moment lang und richtete seinen Blick zum hohen Balkon. „Du solltest dir die Aussicht ansehen und wen du schon dabei bist, vielleicht tust du mir den Gefallen … kletterst übers Geländer und …“, er senkte das Haupt ein Wunder machte er nicht noch ein passend fallendes Geräusch dazu mitsamt einem Aufklatschen. Was er meinte, war damit aber wohl klar. Wie gerne würde er seine Finger in ihren Nacken drücken und ihre hohle Stirn einmal gegen den Stehtisch donnern. Er lächelte. Der Gedanke war motivierend.
Aufmerksam musterte er den Bruder, dessen Reaktion ihm erneut ein raubtierhaftes Lächeln entlockten, das seinen Augen einen flüchtigen Glanz verlieh und ihn weniger totengleich scheinen liess. «Ich soll für dich rausfinden, ob die auf alle Iversen-Gene steht oder nur auf die grosskotzig charmanten?», nutzte er den abrupten Themenwechsel mit leisem Spott in der rauen Stimme und zog die Whiskyflasche wieder zu sich heran.
„Pff dazu muss er erstmal etwas leisten. Und da er nicht den Namen Duvall sondern Beaumon tragen wird, wird er für Vater leider keinen so großen Wert haben. Wenn ich jemals einen Sohn produzieren sollte… er wäre der König der Welt. Und ich der Kaiser.“
Wie kindisch wollte Valerija sich noch verhalten? Die Antwort war ein eindeutiges ja und überraschte Tasha wohl nicht im Geringsten.
So weit war sie noch nicht. Gerade brachte sie sich erst einmal bei wie man das Wort Liebe buchstabierte und dass es in ihrem Leben vielleicht einen Platz bekam. Bah. Widerliche Scheiße.
Stattdessen drehte er sich wieder um, stellte eine Frage, von der er wusste, dass Valerija keine Antwort darauf hatte. Natürlich nicht. Das würde ja voraussetzen, dass man sich Gedanken über Konsequenzen machte. Das war noch niemals die Stärke seiner Schwester gewesen. Denken generell, schien ihm in diesem Moment.
Eine einzelne Schweissperle löste sich von seiner Stirn, fühlte sich aber eiskalt an, als sie über sein Gesicht rann. «Ist das Blut? Lyanne? Schaust du mal?» Er hob das Taschentuch ein wenig an, ehe er den Arm zurück in die Kissen sinken liess. So fühlte sich also Sterben an. Schlimmer, als er es sich vorgestellt hatte, ein tagelanger Kampf, Schüttelfrost und Hustenanfälle, fiese Schmerzen und unendliches Leiden.
Mit einem leisen Stöhnen fiel der Wickel aus Jes’ kraftloser Hand auf den Boden. Unendlich langsam drehte er den Kopf zur Seite, sein verschleierter Blick suchte nach Lyanne, die emsig in der Küche beschäftigt schien. Wahrscheinlich kochte sie gerade das Leichenmahl. «Bring’ mir lieber feuchte Erde, dann kann ich mich schon einmal dran gewöhnen», krächzte er mit brüchiger Stimme, gefolgt von einem Husten, das jedem Pferd Konkurrenz gemacht hätte.
«Kannst du mir Tee bringen? Und Morphium. Und die Decke.» Die letzte Bitte ging im Geräusch der Klingel unter, es dauerte einen Moment, bis sein vernebeltes Gehirn realisierte, dass da tatsächlich jemand vor ihrer Tür stand. Erste Kondolenzbesuche?
Dass sich sein wenig kooperatives Verhalten vielleicht ungünstig auf ihren Eindruck von ihm auswirken konnte, darüber machte er sich keine Gedanken. Die zwischenmenschliche Ebene war ein Ort, an dem er sich nicht besonders gerne aufhielt.
Das letzte Mal Kontakt… Wurde er jetzt hier verhört? Wollte sie erreichen, dass er irgendetwas von sich gab, aus dem sie ihm einen Strick drehen konnte? Eine andere Erklärung gab es doch nicht, ansonsten hätte sie ihn gehen lassen. Mit finsterer Miene zwang er sich, sie direkt anzusehen. «Keine Ahnung. Ist Monate her», antwortete er bloss und ignorierte den kleinen Beutel zwischen ihnen weiterhin. Das war doch sicher irgendeine Falle, vermutlich war da gar nichts drin. Bei Perenelles Humor vielleicht auch nur eine verbrannte Krokette, die ihm irgendwie ähnlich sah.
Als er sich zu der Gruppe umdrehte, deutete er mit Fletchers Zauberstab auf die dünne Brust desjenigen Potters, der den Sack wie eine wertvolle Trophäe mit sich trug. «Kronjuwelen?», wiederholte er leise. «Wäre an der Zeit, dass du deine eigenen findest. Und jetzt halt dein Maul.»
Ohne sich ihrem Bruder noch einmal zu erklären verschwand sie ins Bad und suchte ihre Contenance am Grund des Waschbeckens, doch das weiße Porzellan blieb stumm und herzlos und hatte keine klugen Ratschläge für sie dabei, wie sie der Situation schnell und effizient entgehen konnte. Schade.
Stürmische Seen wurden einen Moment klarer, bevor der Weinkonsum Juniper wieder einholte und die Worte ihrer Tante sich wie hässlicher Kleber einfach in ihrem Kopf festsetzte. Sie stellte sich einen Moment lang vor im Stuhl zu verschwinden, eins zu werden mit der teuren Maserung und von nun an ein Leben als Gesässwärmer zu führen.
Der Ärger, der sich indes über Margos Antlitz zog, bemerkte Juniper zu spät. Sie war zu weit gegangen. Hatte den Anstand irgendwo in einem der Weingläser ertränkt. Er schwamm wie ein erdolchter Goldfisch auf dem Rücken.
Ihrem Cousin haftete die Dunkelheit an wie ihr Glitzer – immer ein bisschen zu viel. Wobei es von Glitzer nicht zu viel gab, wenn man sie fragte, von Dunkelheit hingegen schon.
Konsequenzen? New Tastentelefon, who dis?
Konsequenzen war für Mirren Felicia Mulciber maximal ein Begriff den sie laut und triumphal in den Raum brüllen würde, wenn jemand ein Kreuzworträtsel löste und zufällig die Frage aufkäme, was Lenore Mallory Mulciber-Smethwyck in Mirrens Augen war, wenn diese ihrer Tochter wieder und wieder vorhielt, dass niemand außer Mirren selbst die Farbe ihrer Unterwäsche kennen sollte. Die richtige Lösung wäre in diesem Fall wohl eher konservativ und der Ansatz von Mini-Mulciber ein verzweifelter Versuch diesem einen Begriff Bedeutung zuzumessen, den man ihr immer wieder um die Ohren warf und der dennoch ein Fremdwort blieb.
„Wurdest du angekotzt?“ Ohne eine Bestätigung abzuwarten trat ein mitleidiger Blick auf ihr Gesicht. Angekotzt werden, das war so das Limit von dem was ein Mensch ertragen sollte. Einen nassen Ärmel zu haben kam gleich danach. „Willst du das nicht lieber ausziehen?“ Als hätte sie es geahnt (hatte sie nicht), dass er das nicht mehr tun würde. Dabei, sie zeigte am eigenen, halbnackten Körper hinab, war das in diesem Raum der Dresscode.
Sie hielt sich am Waschbecken fest und blickte in den Spiegel, wie ging das noch, wenn man sich vor dem Spiegel drehte, den Namen von seinem Lieblingsdrink sagte, dann erfüllte sich ein Wunsch?
Ob sie sich die Tattoos selbst auf den Rücken kleben konnte? Entgegen ihrer Versprechen und Werbekampagnen für den eigenen Körper hatte ihre Flexibilität ihre Grenzen.
Sie fummelte eines der weich gewordenen Papierchen vom Stapel und präsentierte Vitus somit ein Einhorn auf einem Einrad. Aber wenn sie so genauer nachdachte, dann… Eine Party, ein Bad, Vitus und Mirren. Abenteuer funkelte es in glitzernden Lettern vor ihrem inneren Auge, wie ein Banner der von einem Flugzeug durch den Himmel gezogen wurde. „Was sagst du, möchtest du lieber das oder…“ Sie nahm das nächste kleine Blättchen auf, „oder den Niffler mit dem Hauspokal?“ Süß! Den konnte sie sich gut bei ihm vorstellen. Nacken, Wange, Backe?
Und dass Maurice dazu keine Lust hatte macht sein ganzes Auftreten mehr als deutlich, er wirkte ein wenig wie ein Kind, das man zum Weihnachtsfest vergessen hatte zu beschenken. Aber kein Geschenk wäre wohl besser als die französische Wundertüte, die sich nun seine Verlobte schimpfte.
Für den Moment gestattete sie sich aber auch etwas Trost in der vertrauten Umarmung ihres Bruder zu finden. Selbst jetzt fand sie in seiner Umarmung Sicherheit und Schutz, obwohl sie glaubte zu spüren, dass er selbst wankte.
Dass ihm die eigenen Kinder nicht groß am Herzen lagen, war vielleicht nichts neues, aber dass er so nonchalant mit ihrem freien Willen umging, war für die Französin durchaus überraschend. Hatten sie dahingehend nicht immer übereingestimmt? Hatte er nicht selbst zu schätzen gewusst, sich seinen Ehepartner selbst ausgesucht zu haben? Was zur Hölle hatte ihn geritten? Offensichtlich schon lange kein junges Weib mehr, sonst wäre er auf eine so dumme Idee wahrscheinlich gar nicht gekommen.
Nur weil er es nicht länger wollte, gehörte ihm immer noch ihr Herz.
Ein klein wenig traurig über diesen Fakt war er allerdings wirklich, wäre er adoptiert hätte er das wenigstens immer als Verteidigung nutzen können, wenn Henry sich mal wieder besonders dämlich anstellte, oder Florine wieder nicht wusste, wie man sich als Erdbewohner verhielt. Ja, doch eigentlich echt schade.
Sie mochte genügend Sprachen sprechen, aber keine beinhaltete Worte, die ausdrückten, wie sie sich fühlte. Zerrissen, vielleicht. Hoffnungslos an manchen Tagen. Wütend an anderen. Alles gleichzeitig, wenn sie zu lange darüber nachdachte.
Eine Party. Oh, wundervoll. Nicht. Zu jedem Anlass hätte die Beaumon lieber geladen, als zu diesem. Selbst ihre eigene Beerdigung hätte sie mit Vergnügen geplant, sich ohne große Widerworte in einen Sarg gelegt und das ganze Prozedere still aus dem Jenseits beobachtet.
«Nun wir wissen alle wieso wir hier sind», er hob das Glas dem Mädchen entgegen, die bald schon Beaumon heissen würde, «wir haben zu feiern», und jeder der was anderes sagen wollte… Crucio war schon immer sein Ding gewesen, «und wo könnte man besser, als in Frankreich. Timothy…», er klopfte seinem Besten auf den Rücken, «hat natürlich angeboten alles zu bezahlen, also trinkt viel!» Der Patriarch lachte. ALS OB Duvall nur einen Knut mehr als die Hälfte bezahlen würde.
Er war nicht dumm. Ganz im Gegensatz zu dem, was immer von ihm behauptet wurde. Er konnte zwar nicht elokwent buchstabieren. Aber er war praktisch veranlagt und hatte erst gerade ner Reisfresse das Gesicht poliert.
„Wein trinkt man am besten zu Zweit“, entgegnete sie ihr auf die Frage. „Vielleicht gibt es Töpferkurse, die mit Wein beginnen und aufhören? Hängt da draussen noch immer ein Anschlagbrett mit ausgeschriebenen Kursen?“ Manchmal waren sogar Muggelkurse drauf gewesen. Malen nach Zahlen. Diamanten und wie man damit ein Bild gestaltet – spoileralert es waren nur Kunstperlen gewesen. Samba, Tango und all das Zeug. Da gab es doch sicher auch einen Kurs, töpfern aus Leidenschaft mit Weinflasche in der Hand.
„Aber da hinten ist doch noch genug Platz!“ Margo deutete mit der Hand, in deren Finger die Zigarette klemmte, in Richtung Wiese, die sich bis zum Waldrand erstreckte. „Da kriegen wir locker 20, 30 Leichen unter.“ Nicht, dass sie so viele Leute auf dem Gewissen haben wollte, es ging hier ums Prinzip. „Oder liegt da schon wer?“
Irgendwie hatte er das Gefühl, dass seine Zukünftige nicht besonders viel von Margo hielt, andererseits war seine Tante ein wählerischer Mensch, der seinem Umfeld schnell einmal das Gefühl gab, ihrer Gesellschaft nicht würdig zu sein. In diesem Punkt waren wahrscheinlich alle Travers, Beaumons, Valois und Duvalls dieser Welt aus einem Holz geschnitzt; sie mochten nicht adeliger Herkunft sein, aber besser als alle andern waren sie eben doch irgendwie.
Effi war sich ziemlich sicher, dass Ivar sich irgendwas eingeworfen hatte während der Tierarzt beschäftigt gewesen war, zumindest schien er relaxter als sonst, irgendwie… high? Glückspilz.
„He, pssst“, wollte Bambi auf sich aufmerksam machen, der nackte Rücken gehörte doch Mimi. Bambi kannte ihre Mädels von allen Seiten, zu viele von ihnen auch von Innen. Hier wollte sich ja sonst niemand die Hände schmutzig machen wenn wieder was stecken geblieben war, ihre Aufgaben hier waren einfach so vielseitig.
„Ein Kunde? Soll ich den jetzt aussetzen?“ Das waren schon wieder zu viele Worte, Iversen machte das mit einem Blick klar. „Steht dir, weißt du, so ein Welpe ist ein richtiger Frauenmagnet und…“ Ahh Moment, sie hatte ihre Lektion gelernt. Nicht dumm rumreden, keine Tipps geben wo keine erfragt wurden. Instinktiv zog Bambi sich den Ausschnitt des Shirts etwas tiefer um den aufkeimenden Zorn der halben Chefabteilung mit ihrem Dekolleté zu besänftigen. „Immer locker durch die Brüste atmen
Sie leerte das Glas. “Ich möchte doch eine Zigarette”, sie hasste rauchen und streckte denn och die Hand aus. “vielleicht ersticke ich daran”
Juniper betrachtete ihre Tante, die aussah als würde sie sich um eine eigene Antwort winden. Oder sie hatte einfach nu schon zu viel getrunken. Wobei was war bei Margo genug? Sie wachte wahrscheinlich schon zu einem Glas Wein auf. Vielleicht sollte man sich um die Französin sorgen. Aber Grund zur Sorge wäre wohl erst dann angebracht, wenn sie plötzlich trocken werden würde.
„Darf ich Ihnen vor unserer Abreise etwas zur Nervenstärkung anbieten? Scotch, Bourbon, Apfelsaft?“
Mercer war ein Gutmensch, sie wusste, dass er darauf achtete, dass sie rein- und rausspazieren konnte, wie sie wollte. Konnte ja sein, dass sie sich irgendwann mal blutend hierher rettete, weil ein wildgewordener Todesser ihr auf der Spur war – ach ne, das war ja sein Problem.
Es war nur Ficken, keine Gefühle, keine Erwartungen, lediglich ein Ventil, um ein wenig Dampf abzulassen. Wahrscheinlich lag in jedem Schlag, den er in einem andern Gesicht landete, mehr tief empfundene Leidenschaft.
Das Thema Geburtstag hatte sich leider bei ihr eingebrannt. Freundschaftstattoos? Was wollten sie sich tätowieren lassen? Eine Krokette?
Sie hatte trainiert, vor allem geboxt, aber sollten sie heute Abend überrascht werden, würden ihre Angreifer wohl kaum vom Besen steigen, um mit ihr in einen Ring zu steigen, also musste sie sich auf andere Dinge besinnen.
„Na na, küsst du unsere Mutter mit dem Mund?“, tadelte er die Wortwahl seines Bruders, hob eine Augenbraue leicht an. „Seit wann interessieren wir uns für die Gürtellinie? Ich kann mich nicht entsinnen, dass wir in den Jahren unseres liebevollen Umgangs jemals davor zurückgeschreckt haben, die Schläge da zu verteilen, wo sie am meisten weh tun. Zurückhaltung ist auch nicht dein zweiter Vorname, Henry.“
Es nervte ihn tatsächlich auch wenig, dass sein Bruder so wenig von sich selbst hielt, nur weil er etwas kleiner geraten war. Als ob die
Sie hatten noch Zeit, aber ob es jemals genug sein konnte? Ob die Jahre oder Jahrzente, die vielleicht, wenn alles gut gingen, vor ihnen lagen, die sie gemeinsam durchschreiten konnte, reichen konnten? Der Däne konnte sich in diesem Moment nicht vorstellen, einmal genug von ihr zu haben, denn war es nicht im Grunde etwas Schlechtes, wenn es einem reichte? Er wollte nicht, dass das leichte Sehnen nach ihrer Nähe jemals nachließ, er wollte jedes mal aufs neue ihrer Haut und ihren Lippen nachspüren, sich glücklich schätzen, was er haben konnte und sich auf das nächste mal freuen.
Er schämte sich nicht für den Status seines Blutes, auch wenn Großbritannien wohl immer mehr Wert darauf legte, dass man es tat, wenn man nicht rein war. Wenn er sich Soren und Ivar so ansah, dann waren die alles andere als rein, weder im Kopf noch äußerlich, auch wenn ihre Abstammung das wohl vermittelte.
Es war Frust, der sie begleitete und für den niemand ausser Yaxley Senior etwas konnte. Dass sie ihm nicht die Fresse polieren konnte… Frust.
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Es ist: 17.04.2026, 19:43
