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Ein Blick auf Lenore verriet ihm, dass die Sicherungen bei ihr endgültig durchgebrannt waren und wohl für das erste Licht seit 43 Jahren in ihrem Oberstübchen sorgten. Trotzdem – zu allem fähig, aber für nichts zu gebrauchen.
Mit frostigem Blick taxierte er diesen kognitiv suboptimierten Parasiten, mit dem er neun Monate lang den Mutterleib geteilt hatte. Schlechteste Entscheidung seines Lebens, dass er ihr damals nicht schon die Nabelschnur um den Hals gewickelt hatte. Andererseits hatte er damals wohl kaum ahnen können, dass bei sieben Milliarden Menschen auf dem Planeten ausgerechnet diese Arschkrampe seine Zwillingsschwester werden musste.
«No shit, Sherlock», ernsthaft, immer wenn er dachte, dümmer ging nicht mehr, dann bewies sie ihm das Gegenteil. Vermutlich war bei Lenore einfach das Weihwasser ausgegangen und man hatte sie stattdessen mit einem Hammer getauft, das würde vieles erklären.
Die Hitze bekam ihm nicht und auch Tariesh trottete mit gesenktem Kopf neben ihm her. Dessen Niedergeschlagenheit mochte daher rühren, dass kurz zuvor der Karabiner der Leine eingerastet war, nachdem er im Übermut drei Kinder niedergemäht hatte. Was bei ihm für Belustigung gesorgt hatte, war nicht bei allen gut angekommen. Eine Stimme wie von einer Kreissäge in seinem Rücken erinnerte ihn daran, dass Gott kleine Sünden sofort bestrafte, grosse nach neun Monaten.
Selten erlaubte ihm sein permanent vernebelter Verstand, so viel Wut zu empfinden, aber einmal mehr hatte seine Schwester unmöglich geglaubtes erreicht. Diese Aktion war der endgültige Beweis, dass man ihre Schaukel damals zu Nahe an der Hauswand platziert hatte.
Sein leicht vernebelter Blick begegnete dem ihren, Herablassung blitzte in den blauen Augen auf. «Ich beneide alle, die dich nie getroffen haben», begrüsste er sie mit genervtem Unterton und bereute, dass er den grossen Ast, den Tariesh vorher angeschleppt hatte, nicht mehr bei sich trug. Er hätte ihn ihr, ohne mit der Wimper zu zucken, mindestens dreimal in die einfältige Visage gezimmert, selbst wenn dadurch er es gewesen wäre, der sich strafbar gemacht hätte. Manche Opfer mussten gebracht werden, manche davon brachte man sogar mit Freude. «Hast du Freigang gekriegt heute Nachmittag?»
Da sah sie ihn, diesen Verräter. Flanierte mit seinem Köter durch die Weltgeschichte als sei nichts passiert, als wäre er nicht das Furunkel am Arsch der Menschheit, auf das jeder einfach so gut und gerne verzichten konnte und wollte.
Die Französin hatte schon sehr oft das Gefühl gehabt, dass es Briten einfach an Geschmack und Stil mangelte. Eppstein hatte bisher in manchen Dingen bewiesen, dass es sich bei ihm anders verhielt. Aber einen Cocktail mit Pastis mit einem Hustenbonbon zu vergleichen?
Wut keimte wieder in der Dunkelheit auf, seine Hand zitterte, als sie eine gläserne Kugel in die langen Reihen einfügte und den Drang hatte, dem Regal einfach einen Schubs zu geben. Zuzusehen, wie die Zukunft fiel, Prophezeiung für Prophezeihung, Vision für Vision, wie sie einfach in leichtem Nebel verschwanden, so wie seine eigene, auf die er kaum noch einen Blick erhaschen konnte.
„Boah, ich will einfach nur nach Hause, bei Merlins Bart“, fluchte Pippa leise in sich hinein, während sie sich zu ihren Füßen hinab beugte und sich beide Stiefel auszog. Wenn sie schon nicht ihre Magie nutzen konnte, dann wurden halt ihre Schuhe zu Waffen umfunktioniert.
Ab-beißen. Die Gehirnzellen des Ministers arbeiteten, versuchten den Sinngehalt dieser Worte zu erfassen. Automatisiert begann sich der Arm zu heben. Radd öffnete den Mund, biss in das eingepackte Stück Schokolade und konnte so doch kein bisschen davon schmecken. Feucht klebte das Papier an seinen Lippen. Er verstand seinen Fehler nicht, zupfte nach dem Material und konnte es am Ende doch nur zur Seite fallenlassen. Keine Kombinationsfähigkeit vorhanden. Das Gehirn arbeitete im Stromsparmodus.
„Dich zu vermissen, kommt in Wellen. Und ich hasse, dass du es dir nicht anmerken lässt, während ich an manchen Tagen ertrinke.“
„Du hast mich mehr in der Hand als viele andere vor dir. Für den Moment … muss das reichen.“, fügte er schließlich noch an und lehnte sich wieder zu ihr, um ihre Lippen ein weiteres Mal zu verschließen, dieses Mal etwas zärtlicher als vorher und in einer Art, die mehr sagte als seine vorherigen Worte.
«Was ist mit Schutzzaubern? Zumindest nach Feierabend, wenn du allein dort bist?» Hoffentlich bat sie ihn jetzt nicht, diese Zauber auszuführen, genauso gut hätte er die Fassade des Ladens mit der restlichen Tortilla bewerfen können, der Effekt wäre wohl derselbe gewesen.
Ihr Blick fiel auf die jämmerliche Gestalt ihrer verheulten Mutter, in ihrer Hand eine Teetasse. Hatte sie jetzt den Verstand verloren? War das Teeservice kaputt gegangen und sie wollte die Schuld nun Genya in die Schuhe schieben? Denkbar, ihre Mutter atmete schließlich Drama. Sie wirkte gänzlich anders als bei ihrem letzten, herrischen Besuch und Genya kam nicht umhin sowas wie Mitleid zu empfinden. Die Tochter beäugte ihre Mutter skeptisch, trat jedoch langsam zur Seite und bedeutete ihr einzutreten. „Welchen Grund gibt es heute für den Weltuntergang?“

Geräuschvoll kamen die Akten auf den Boden auf. Braun verengte sich ein Stück, er hatte kurz das Gefühl, dass der Hemdkragen ihm zu eng wurde. Aber natürlich weitete er ihn nicht. Er blieb sitzen. Nur sein Blick ruhte noch einen Moment auf dem Chaos, welches er gleich beseitigen würde.
Seine Dämonen waren wieder wach, saßen am Rand seiner Gedanken und warteten nur darauf ihre Krallen wieder in ihn zu schlagen, den bekannten Schmerz wieder hervorzuholen, aber noch waren sie träge, bewegten sich nur langsam und ließen ihm noch einen Rest des Friedens.
Es fühlte sich nur ein bisschen wie ein Tanz auf Eiern an. Ungekochten natürlich, wenn es schief ging, dann vermutlich so richtig und man wäre dreckig und eingesaut und so.
Beinahe schien es so, als hätte das Ministerium aufgegeben die Todesser zu fangen. Es war ja nicht so, als würden sie täglich in dem Regierungsgebäude ein und aus gehen. Oh, halt…
Duellieren würde ihr wohl nicht viel bringen, der Däne war als Schlägertyp bekannt. Vermutlich konnte er einfach gar nicht duellieren, kannte nur zwei Zaubersprüche die ihn nicht weiterbrachten. Es würde den Auroren nicht wundern, der Blick des Iversen verriet, dass niemand zuhause war, nicht mal eine Kerze flackerte.
Dachte sie wirklich gerade darüber nach, zu heiraten? Verfickte Scheiße, das war doch Wahnsinn. Keiner von der guten Sorte, den sie normalerweise so auslebte.
„Genug Befehle“, auch in seiner Stimme war ein leises, zurückgehaltenes Knurren, steh auf, setz dich hin, er mochte ein sturer Esel sein aber er war kein Dackel, er wollte sie zur Frau, nicht zum Frauchen.
Sein Bruder bewegte sich wie ein Tornado, Zerstörung war noch mehr seine Sprache, als seine eigene und ohne Rücksicht auf Verluste preschte er vor, sprang wie ein einst agiles junges Rehlein über Trümmer und agierte danach wie der wütende Grizzlybär, der in seiner Brust wohnte.
Während Soren am Liebsten stablos kämpfte, mochte Ivar auch die Hitze des Duellierens. Rot leuchtete das Zimmer durch die schnelle Abfolge von Schockzaubern auf, machte jedem Fenster in einem Nuttenviertel Konkurrenz, das Wörtchen Rotlichtmileu nahm hier ganz andere Dimensionen an.
Entsprechend verzichtete er auf eine Einmischung, selbst als nun auch die Lästerfraktion zu seiner Rechten ihren Senf dazu gab. So viel Meinung für so wenig Ahnung.
Und mit jeder Sekunde, die er im selben Raum wie dieses Backpfeifengesicht verbrachte, fühlte sich die Vorstellung, Honor in ein tief gegrabenes Loch zu werfen, besser an. Nur kurz zuckte seine Augenbraue nach oben als sie sich nun auch noch erdreistete, für ihren Bruder, der hier offensichtlich ebenfalls für den Preis des unflätigsten Kleinkindes kandidierte, eine Packung Chips hervorkramte. Adolph Knigge drehte sich mit Sicherheit im Grab um.
Nachdenklich betrachtete sie ihr Gegenüber und wunderte sich, dass gerade er zugab, dass die Welt kompliziert war, wo er sie doch lenken sollte.
„Wie soll ne Ehe zwischen uns bitte aussehen?“ Er sah ja, was passierte, wenn sie sich stritten. Sie hatte immer gedacht, hier traf Tornado auf Vulkan, aber vielleicht war es nur Drache auf Esel.
Mit finsterer Miene hob er den Blick; Florine sass ihm gegenüber, aber die sah vorwurfsvoll zu seiner Mutter. Hätte er sich ja denken können. «Was soll das?», knurrte er und funkelte sie wütend an. «Warum sitzt du überhaupt hier und nicht bei deinem Göttergatten? Da ist noch ein Platz frei», mit einem Rucken seines Kopfes deutete er in die entsprechende Richtung. «Dann hat Henry auch die bessere Aussicht», direkt hinaus aufs Meer, ohne störenden Vordergrund. Moe wusste, dass seine Worte zu harsch waren, möglicherweise sogar unfair, aber sein Geduldsfaden glich heute eher einer Zündschnur. Und die war kurz. Immerhin hatte er sich fast schon mit dem Gedanken, Florine zu heiraten, abgefunden, aber diese Feier liessen doch wieder arge Zweifel hochkommen, ob er den Rest seines Lebens nicht lieber im australischen Outback verbringen sollte, beim Melken von Giftschlangen. Den Umgang mit solchen wäre er sich ja schon gewohnt.
Während der Rest der Verwandtschaft am Tisch Platz nahm – weder seine Mutter noch Juniper schienen besonders glücklich, Flo in ihrer Mitte zu haben – starrte Maurice auf das Weinglas vor sich. Vielleicht sollte er einen Schrumpfzauber auf sich selbst anwenden und sich vom Rand des Glases stürzen? Ertrinken im Wein, definitiv nicht alltäglich und zumindest einer Herkunft würdig. Margo wäre stolz auf ihn.
Eoghan. „Schöner Name“, stellte sie fest. Wusste er wahrscheinlich. Er schien sich generell ziemlich sicher darüber zu sein, dass er im Ganzen ein schöner Mann war. Eigentlich die schrecklichste Sorte Mensch.
„Für Dramatik habt ihr alle ein extra Gen oder?“ raunte er leise mit einem Hauch Vergnügen in Richtung Honor, die sich nach ihrer Informationsbombe aus dem Gespräch zurückzuziehen schien.
Bedauerlich, wenn man nur im Besitz zweier Gehirnzellen war und die nichts von ihrer gegenseitigen Existenz wussten.
«Töte mich», murmelte er tonlos in die Richtung seiner Zwillingsschwester. «Bevor es jemand anderes tut. Oder ich.»
«Vous êtes sérieux, putain?», presste er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor und funkelte seine Mutter an. Zwar konnte er nicht verstehen, was sie Honor ins Ohr flüsterte, aber dass es keine Liebesbekundungen waren, war wohl eindeutig. «Wer hat eigentlich an deinem Käfig gewackelt? Warum setzt du dich nicht auf den Boden, der ist Dreck gewohnt.»
Eine Stimme zu seiner Rechten zog ihre Aufmerksamkeit auf sich, er wandte den Kopf und erblickte Henry, der mindestens so verloren aussah, wie Moe sich fühlte. «Setz dich», antwortete er leise und rang sich ein Lächeln ab, während die letzten Gäste den Speisesaal betraten und Gene in der Mitte des Tisches stehen blieb, ganz offensichtlich unschlüssig, welcher der freien Plätze das kleinste Übel darstellte. Vermutlich war der Meeresboden die korrekte Antwort.
Mit einem Fingerschnipsen orderte sie einen der Kellner zu sich, trug ihm auf, ihr etwas Stärkeres als Wein zu bringen, ganz gleich was. Schnaps. Benzin. Egal. Hauptsache es brannte.
„Schon reserviert“, lies sie schnell Genevieve wissen, als diese am Platz neben ihr verharrte, Honor warf ihre Handtasche auf den Stuhl und funkelte ihre Mutter böse an. „Für eine billige Hure vielleicht“; überlegte sie laut und sah ihre Mutter dann mit einem gedehnten Blick von oben nach unten an, zuckte mit den Schultern und nahm ihre Handtasche wieder zurück. „Wobei, wenn der Schuh passt“, machte sie eine vage einladende Geste, nahm die Handtasche zurück und nickte von ihrer Mutter aus auf den Stuhl.
Mit einem langen Wimpernaufschlag sah sie Aldric hinterher, als dieser ebenfalls am Tisch entlang ging. „Noch ist er keine Familie, oder?“ Wohl aber durchaus der nächste Kandidat für einen weiteren Schnitzer im Holz vom Kopfteil Honors Bettes.
Florines Fürsorge rührte beinahe. Ihre Fähigkeiten eine simple Schnittwunde und Kleider zu säubern, deutete aber zumindest darauf hin, dass sein Sohn an ihrer Seite nicht so schnell verblutete, weil er sich WIEDER einmal in einen Dementorangriff begab und sich den Fuss dabei verstauchte.
Sie wollte sich gerade Lucien zuwenden, als sie den Kellner auf Margo zugehen sah, der ihrer Meinung nach viel zu zielstrebig mit dem Weinglas unterwegs war. Doch ehe sie etwas hatte machen können, hatte die Travers das Glas auch schon geleert. Gottverdammte Alkoholikerin, konnte sie auch nur einmal in Anwesenheit eines Glases das Hirn anschalten? Sie war ja schlimmer als Männer, die nackten Brüsten in ihren eigenen Tod hinterherliefen.
Außerdem bemerkte er die Bewegungen seines eigenen Vaters, der sich nun von der Traube löste und geradewegs auf ihn zusteuerte. Nicht, dass er unbedingt scharf auf eine Unterhaltung mit Timothy war, aber es war ihm doch lieber als sich in das Chaos einzumischen. Er schnaubte leise ob der Worte des Duvalls, sah ihn direkt an. Die schrille Stimme der alten Travers drang zu ihnen durch und er hob nur eine Augenbraue an. „Bist du sicher, dass du dich mit dieser Familie zusammentun möchtest? Wenn Genya auch so durchdreht halte ich das nicht durch. Und was macht das mit unserem Ansehen?“ Vielleicht konnte er Margo ja später noch dafür danken ihm Munition an die Hand gegeben zu haben, mit der er gegen das Ehe-Schiff schießen konnte. Lieber Merlin, bitte, bitte.
Sollte sie denken, dass sie die Beaumon mit ihrer Aussage peinlich berühren würde, lag sie falsch. Unter anderen Umständen vielleicht, aber dafür floss bereits zu viel Wein durch ihre Adern, hatte vermutlich schon 80 Prozent ihres Blutes ausgetauscht. Wein-Dialyse, sozusagen.
„Glaub mir, ich würde lieber nicht durch seine Sachen wühlen müssen. Vielleicht können wir ihn und Duvall ja von einem Fallschirmsprung überzeugen. Ohne Zauberstab. Und ohne Fallschirm.“ A girl could dream.
„Ich“, ihm fehlten die Worte, hätte er doch auch einfach in ihren Augen versinken und sie den Rest des Abends nur glücklich betrachten können, doch eine Erklärung, die war er ihr wohl schuldig und er sollte sie sicher auch bald über die Lippen bringen, ehe sie sich noch mehr ausmalte, was vorgefallen sein konnte, dass ihn hier her getrieben hatte, so spontan, so ungewöhnlich und doch wusste er ganz sicher, dass er an keinem anderen Ort sein wollte in diesem Moment. „Ich habe dich“, die Schultern unter dem Jackett hoben sich leicht an. „nur so vermisst, Ody“, weich glitt ihr Name über seine Lippen, er wusste nicht wohin mit seinen Händen, also schob er sie in seine Jackentaschen, blickte einen Moment lang auf die Spitzen seiner schwarzen Schuhe und hob dann nicht ganz den Kopf, aber den Blick der grünen Augen wieder zu ihr.
Da sollte noch einmal einer sagen Reinblütigkeit kennzeichnete Erhabenheit. Die Hälfte der Reinblüter waren irre und die andere … nun, manche davon waren gutaussehende Politiker, so wie sein Freund oder kleine Mysterien, die Männern den Kopf verdrehten.
Also schwieg er trotzig, versuchte nur, sich ein wenig aufzurichten, um nicht ganz so erbärmlich wie eine tote Fliege am Gitter zu kleben. Es blieb beim Versuch.
„Im Ernst Eo, mit wessen Ton spielst du denn dieser Tage?“ Der Champagner stieg ihr zu schnell zu Kopf, was sie nicht davon abhielt nicht noch einen Schluck zu nehmen bevor sie die Hände in dem Knetmaterial versenkte.
«Vorsicht, das ist Seuchenschutzgebiet», warnte er heiser und hob nun doch den Kopf ein wenig, späte wie sein Hund über die Lehne der Couch, aber die Besucherin hatte ihm den Rücken zugewandt. Er blinzelte ein wenig, nur flüchtig huschte ein Ausdruck von Empörung über seine Gesichtszüge. Etwas erkältet, sie hatte ja keine Ahnung, welchen Todeskampf er hier focht. Aber wie sollte sie auch, sie war eine Frau und vermutlich gar nicht in der Lage, sich solche Qualen vorzustellen.
So ging es also zu Ende mit ihm, auf seinem Sofa in den eigenen vier Wänden, Tod durch Ersticken. Nicht besonders ruhmreich, andererseits war es ja selbst Attila, dem Hunnenkönig, nicht besser ergangen. Er blinzelte in Richtung des Tisches und da stand sie, die Teekanne, aber sie hätte genauso gut neben den Kronjuwelen im Tower of London sein können, so unerreichbar war sie. Jes röchelte ein wenig, gefolgt von einem weiteren, bellenden Husten, in dem sein gemurmeltes «Natasha?» komplett unterging. Ob das die Bestatterin war? Vielleicht würde er noch die Kraft finden, die Grabinschrift festzulegen. I told you I was sick erschien ihm passend, denn anstatt ihn in seinen letzten Stunden zu pflegen, widmete sich die baldige Witwe ganz offensichtlich lieber dem Besuch.


Es ist: 17.04.2026, 19:55