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Alle Inplayzitate
Würden Brüste nur einen Krieg beenden können, wäre es ihr recht. Leider ging sie nicht davon aus, dass der Dunkle Lord sich von einer ihrer Shows zu Sinnen bringen ließ und das sagte mehr über ihn aus, als über die Qualität ihrer Burlesque Auftritte
Er neigte den Kopf, entblößte seine Zähne noch ein wenig mehr. Konnte gar nichts dagegen machen. Es passierte einfach, als zog man seine Mundwinkel zu seinen Ohren.
Natürlich gaben die beiden das Bild der Perfektion ab, zwei Reinblüter, die in ihrer Vollkommenheit kaum zu übertreffen waren. Ein perfektes Match. Niemand würde es ihnen verübeln, wenn sie gemeinsam nach der Weltherrschaft greifen würden.
Kurz kam sie ins Stocken, als er einwarf sich auf das charmanteste Lächeln bewerben zu wollen, dann gluckste sie jedoch. „Dir ist schon klar, dass man dafür auch… lächeln muss?“
Es bescherte ihm ein flaues Gefühl im Magen, wie ein lauwarmer Wattebausch, so würde er es wohl beschreiben. Jeder andere Mensch, der seine Sinne beisammenhatte, würde wohl einfach nur festhalten, dass es ihm schmeichelte und er sehr empfänglich für den Rotton auf heller Haut war. Nicht ganz so rot wie ihre Lippen, aber wer wusste schon, was dieses Aufeinandertreffen noch bereithielt.
Cassia löste sich wieder aus ihrer Haltung und lehnte sich über den Tisch Gawain entgegen, schärfte den Blick als könnte auch sie in seinen braunen Augen die Zukunft lesen. Aber alles woran die Farbe sie erinnerte waren die Tortillas, die es gestern zum Essen im Hause Fletcher gegeben hatte.
Wer hier wohl was von wem wollte? Ach, das Leben war ja ein ständiges Nehmen und Geben, wobei es bei der Fletcher eher ein Nehmen und Nehmen war. Und nochmal Nehmen.
Vielleicht, ja ganz vielleicht, war es gar nichts Schlimmes, sondern etwas Gutes, die Liebe, die er ihr so offen entgegenbrachte. Sie musste nur den Würgereiz loswerden, wenn sie an das Wort dachte. Liebe.
Das High des Joints verschwand langsam, aber Effi wirkte ohnehin im aftercum-glow wie Miss Universe persönlich und Ivar hätte sie vielleicht in den nächsten 2 Minuten vom Fleck weg geheiratet, wäre da nicht das Problem der Absenz eines Pfarrers.
Wirklich schlauer wurde ihr Gespräch nicht. Auf das gebrummte: du bist heiss folgte ein danke Mann, damit schienen sich die literarischen Ergüsse der Putze und des Bordellbesitzers abgehakt zu haben, aber auf erotischer Ebene schien das alles ein bisschen besser zu laufen.
Er habe sich für sie eingesetzt? Unwahrscheinlich. Vielleicht verwechselte sie ihn? „Klingt gar nicht nach mir.“
„Er hätte den Inhalt meiner Tasche bestimmt auch noch ein paar Meter weiter schleudern können, mit ein bisschen mehr Schwung“
Er wusste schon, wie das wirkte. Er so sauber, so blond, so baguette, da konnte man schon hergehen und hingehen und ihn für einen Einfaltspinsel halten.
Seine Eltern waren zumindest nicht verwandt gewesen, kam Lenore aus den Niederlanden und der Mulciber aus England, aber wenn man sich so manches Reinblut in England genauer ansah… nun ja.
Aus irgendeinem reichlich dummen Grund also, da pendelte seine Wahrnehmung der Gegebenheiten zwischen ‚Alles ist unter Kontrolle‘ und ‚Noch so ein Blick und ich muss echt weg‘ hin und her, wobei er zweiteren Teil geflissentlich auf sein taubes Ohr legte. Es war ja nicht furchtbar – es war sogar furchtbar unterhaltsam.
Seine Schädel brummte noch immer vom Alkohol des letzten Abends, doch das Bier vor ihm zeigte nun seine heilende Wirkung. Er hatte verwahrlost auf dem Tisch gestanden – es war warm und abgestanden, aber umsonst. Also rein damit.
„Hier wird nichts eingepackt“, wies er Honor Beaumon zurecht, die Getränke hier waren noch immer Travers Eigentum, wenn überhaupt würde er das Zeug zusammen mit Marguerite in den Weinkeller schaffen und sie würden es noch die nächsten Monate lang trinken, naja, oder die nächsten Tage, sie vertrugen ja beide einiges, wahrscheinlich reichte also auch dieser beachtliche Vorrat nicht lange.
Einatmen, Ausatmen. Das war wie bei den Wehen. Nur gebärte sie hier kein Kind sondern einen Wutanfall deluxe.
Rein augenscheinlich passten die Nokturngasse und Gawain in etwa so gut zusammen wie Fußgeruch und Parfumzerstäuber. Er bewegte sich zwischen Gestalten hindurch, die alleine ob ihrer äußerlichen Erscheinung zum negativen Ruf des Viertels und der Straße beitrugen. Würden sich hier manche öfter waschen, würden sich viele Probleme von selbst erledigen. Den Kragen der Lederjacke hochgeschlagen, weil er stets damit rechnete, dass ihm der nächstbeste Nosferatu in den Nacken atmete, bewegte sich der Franzose auf die Gullible Bowl zu, die aussah wie ein verwahrloster Haushaltswarenladen.
Da hing ein ungläubiges Lächeln auf seinen Zügen, während Aislin offenbar die Zeit ihres Lebens hatte. Sie musste kriminell sein, anders war das nicht zu erklären. Da schwappte eine Ruchlosigkeit von ihr zu ihm, da musste einem fast angst und bange waren. Sicherlich war sie eines der Mädchen, vor denen seine Mutter ihn und Yvain immer gewarnt hatte. Wer hätte gedacht, dass die sich in Feinkostläden herumtrieben? Man war offensichtlich nirgendwo mehr sicher.
„Nein“, klang abgehackt, noch nicht so, als würden Verstand und Körper richtig zusammen arbeiten, disharmonisch, während seine eigene Stimme in seinen Gedanken so viel lauter schrie, er sich aufbäumte, gegen die Ketten warf, gegen den Sog ankämpfte, der ihn tiefer in die Schwärze zog, der Sumpf, in dem er zu versinken drohte. Nein. Nein, nein, nein, nein, nein nein.... nein... Er wollte sich nicht von ihr entfernen, er wollte sie nicht verlieren, nicht noch einmal, nicht jetzt, niemals.
„Schlürfen Sie gerne drauf los.“
Fast ein wenig pointiert offensichtlich hing ihr Blick einen Atemzug an seinen Lippen, ehe ihr gemeinsames Theaterstück einen weiteren Akt anstimmte. Leider einen vollkommen unschuldigen, in Anbetracht der Zuschauerin.
Sie konnte sich nur gut vorstellen, dass die ansatzweise sichtbaren Muskeln sich auch unter seinem Shirt weiterzogen und Aislin? Nun, die war in dieser Hinsicht eine Kunstliebhaberin, eine Connaisseur wohltrainierter männlicher Körper.
Als ob man ihr ihre Absichten von der Nasenspitze ablesen konnte, ha! Nun, es war eine gute Nasenspitze.
Sein Auftritt war nicht direkt schäbig, hätte vermutlich in jeden durchschnittlichen Club gepasst, aber durchschnittlich war im Leben der Franzosen höchstens die Anzahl an vorhandenen Eiern, zumindest wenn man Lucien glaubte. Honor zwei, er keine.
Sie war vielleicht aufgeschlossen, aber keine Mätresse.
Wie selbstverständlich legte sie eine Hand auf einen gut trainierten Unterarm und blickte in Richtung vollkommen unbekannter brauner Iriden. Er hatte ein schönes Paar Augen. Vielleicht war sie gerade vollends übergriffig, aber sie erlaubte sich den Grenzübertritt.
Für gewöhnlich war Gawain ja sehr anständig, quasi sein dritter Vorname. Aber wie würde das klingen? Gawain Léandre Anständig Chevalier. Lächerlich.
Wem wollte sie hier etwas beweisen, ihm etwa? Genauso gut hätte sie einen Flächenbrand mit einer Wasserpistole löschen können.
Als dann noch irgendein schmieriger Lappen (nicht Mundungus) an ihr vorbei geschlurft und ihr direkt vor die Füße gerotzt hatte (Cassia würde es später als das Hochziehen einer gummiartigen Konsistenz aus den tiefsten Tiefen der Atemwege beschreiben, die mit einem Flatsch Geräusch vor ihr auf den Gehweg gedonnert war). Der Auswurf so zäh, dass nicht einmal der Regen den Klumpatsch wegspülte. Cassia hatte kurz erwägt dem Mann medizinische Hilfe ans Herz zu legen, aber vermutlich war er zu arm dafür oder nicht interessiert an ihrer Meinung. Beides war okay, aber das da vor ihr auf dem Asphalt… In meditativer Ruhe sah Cassia dem weißgelben Schnodder dabei zu wie er sich in der Witterung ein bisschen verbog aber ansonsten standhaft blieb.
„Moe, Moe“, wandte sie sich schnell an ihren Bruder und sah sich suchend im Raum um. „Pass auf, dass du deinem zukünftigen Schwiegervater nicht unter die Augen trittst, wenn der Lunte riecht, dass er dich hier zum Nulltarif in Punkto Kosten unter die Haube bringen kann, dann stehst du da gleich vorne.“ Mochte abwegig klingen aber zu 102% so passieren.
Nein. Nein?! Genya konnte sich nicht bremsen, sie lachte laut auf, durchbrach damit die Stille und schlug sich im nächsten Moment die Hand vor den Mund, weil sie nicht aufhören konnte.
«Gleich gibt’s noch eine», eine unverhohlene Drohung war die gebellte Antwort, als sie seelenruhig nach weiteren Leichen fragte. Geräuschvoll sog er die Luft ein, sämtliche Selbstbeherrschung, die er noch besass, zusammenkratzend, um das Bein nicht zu entziehen und ihr die Sohle in die Fresse zu rammen. Wut rauschte durch seine Adern, angefacht durch die Schmerzen. Wut, Hass auf diese verfickten Sittenwächter, die Helden hatten spielen wollen und in ihrer Arroganz ausblendeten, dass Geschichte nicht von Helden geschrieben wurde, sondern von Siegern.
Und dann war da dieses Verlangen nach Pommes. Einfach nur goldene, gesalzene Sonnenstrahlen mit Ketchup und Mayonnaise.
„Ich will...“, ja, er wollte... noch mal heiraten, sie heiraten. „Ganz sicher“, fügte er noch mal hinzu. „Und es... Selber besser machen“, schon weil die explosive Wilkes ihm den Arsch auf reißen würde, wenn er sie verarschte und er mochte seinen Hintern, besonders wenn sie ihn Knackarsch nannte, aber nicht wenn sie ihre Stiefel hinein rammte.
Er hasste diese Frau mit jeder Faser seines Körpers und das dümmliche Grinsen in ihrer Fresse liess ihn darüber nachdenken, ob ihre Eltern wohl schon vor ihrer Hochzeit den gleichen Nachnamen getragen hatten. Es hätte vieles erklärt.
Er wollte auf irgendetwas eindreschen, aber er wusste, dass er sich dabei nur die Fingerknöchel aufgeschlagen hätte. Angesichts von so viel Vernunft fühlte er sich alt.
Ein Stück trockenes Brot und ein Glas Leitungswasser hatte zwar nicht dafür gesorgt, dass Reed bei einer Umfrage über Kundenzufriedenheit im Ministerium bessere Noten verteilt hätte, aber immerhin hatte sein verloren gegangenes Zeitgefühl wieder einen Anstoss bekommen.
Mit zusammengebissenen Zähnen wartete er, machte keinerlei Anstalten, das hier irgendwie zu beschleunigen. Es würde ja ohnehin nichts bringen, aus ihm unerfindlichen Gründen hatte diese Person entschieden, ihm das Leben zur Hölle zu machen. Bedauerlich, dass Hexenverbrennungen nicht mehr zeitgemäss waren.
Er sah die Freude in ihren Augen und hätte sie am liebsten geschubst – bei dem Grössenunterschied wäre sie vermutlich mindestens bis ans gegenüberliegende Ende der Zelle geflogen und hätte sich mit ein wenig Glück den Kiefer dabei gebrochen. Damit hätte sie zumindest ihr ätzendes Mundwerk nicht mehr benutzen können.
„Du hast Recht, wir sollten nicht länger als nötig hier bleiben. Ich verschwinde am besten jetzt gleich, Eowyn bleibt hier und passt auf dich auf. Iversen wird nicht so dumm sein…“, noch während er sprach entwich ihm ein Lachen, gefolgt von einem schmerzerfüllten Stöhnen und einem Kopfschütteln. „Ok, wird er doch [...]."
Früher hatte er immer gesagt, dass sie sein liebstes Buch zu lesen war.
Dagegen schien der Ring, welcher bereits sicher verwahrt in der Schublade seines Schreibtisches verschlossen war schon ziemlich impulsiv – aber war es das wirklich? Angesichts dessen, dass Jeremiah sich bereits seit Jahren sicher war in ihr die Frau fürs Leben gefunden zu haben, kam es ihm einfach wie der nächste logische Schritt vor. Nicht heute, vermutlich auch nicht morgen, aber bald.
Erst als seine Stirn schmerzte, begriff Henry, wie fest er sie in den letzten Augenblicken gegen den Beton gedrückt haben musste. Mit einem frustrierten Seufzen drehte er sich halb um, lehnte nun mit Rücken und Hinterkopf an der Mauer. Offensichtlich war er noch nicht bereit, diesen Halt aufzugeben. Mit der Linken fuhr er sich mit einer fahrigen Geste über die Stirn, um mögliche Rückstände des Betons von dort wegzuwischen.
Ein eher dezenter Ausdruck der Skepsis strich also über die Züge der blonden Hexe, während sie sich, preziös seufzend, wieder auf jener Sitzgelegenheit niederließ, von der sie zuvor aufgestanden war. Gekommen, um zu bleiben und klare Verhältnisse zu schaffen, da sich ihre ihre Fingerspitzen nun am Zauberstab befanden. „Vous vouliez baiser, non?“
Warum zum Teufel musste sie heute mit allem was sie sagte so Recht haben? Und es ihm so direkt um die Ohren hauen, er hatte gerade sein dickes Fell nicht mehr an, nur die ungewohnten Klamotten, die ihm nicht einmal gehörten und in denen er sich auch nicht so sonderlich wohl fühlte. Die Werwölfe die sich mit ihr ernsthaft anlegten, mussten ganz schön große Eier haben, über seine eigenen dachte er gerade lieber nicht zu genau nach.
Dieser hochgewachsene Kerl war leider noch nie ein emphatischer Samariter gewesen. Das Mitgefühl für seine Mitmenschen fehlte ihm; oder zumindest drängte es sich ihm nicht auf. Dumpf klopfte es viel zu still an der verschlossenen Pforte zu seinem Herzen.
Cassia richtete sich auf ihrem Platz etwas auf und verengte den Blick, jetzt hatte sie also schon zwei komische Vögel hier im Verkaufsraum und von ihrem Bruder war weit und breit keine Spur. Glückwunsch. Das Pokerface wurde eher schlecht als recht aufrecht gehalten während sie darauf wartete, dass Dr. Bibber seine Sprache wiederfand.
Deine Grosseltern – inzwischen war aus ihnen ein altes Paar geworden, dass die Arbeit auf dem Betrieb kaum mehr bewältigen konnte – haben mich vom ersten Moment als Enkelschwiegertochter akzeptiert, haben mir zehn Kilogramm Kartoffeln mitgegeben und mich ein neugeborenes Fohlen benennen lassen. Es heisst Schnitzel.
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Es ist: 17.04.2026, 21:12
