
Raubvögel sind keine Rudeltiere und Familie ist ein Konzept, das sich widerlich hartnäckig hält. Namen, Erwartungen und Loyalitäten überdauern politische Systeme erstaunlich zuverlässig. Man kann sich davon distanzieren, man kann sie ignorieren, man kann sie für intellektuell unterlegen erklären, tja. Ja, aber verschwinden werden sie trotzdem nicht. In diesem Fall tragen sie alle denselben Nachnamen. Bedauerlich, aber konsequent.
Gemeinhin ist man versucht zu sagen: Ouh, Travers. Und dann denkt man an Sacred Twenty-Eight und an Reichtum. Kronleuchter, Empfänge mit kleinen Hors d'œuvres und so einem Schnickschnack, ein ganzer Hofstaat an Hauselfen und eine Entourage an den Reichen, Wichtigen und wahlweise (selten) Schönen. Sowas denkt man sich – und das Familienhaupt dieser Traverslinie hat sich stets bemüht, genau diesen Eindruck aufrechtzuerhalten, während zuhause eigentlich weniger die teuren, japanischen Zuchthyazinthen blühten als der schwarze Schimmel. Ja, richtig gehört. Das hier ist der verarmte Reinblutadel, dem das gar nicht schmeckt. Der die Schuld darin ganz klar wo verortet? Richtig. Schlammblüter, Muggel und andere niederträchtige Individuen haben die natürliche Ordnung durcheinandergebracht. Das ist so! Da muss man nicht vor der eigenen (schmutzigen) Tür kehren, da muss man andere Türen eintreten und Leuten die Scheißangst aus dem Leib crucio-en, damit die ihren Platz in der Weltordnung verstehen. Ganz, ganz unten gehören diese Leute hin!
Also, die Leute, die meinen, das wäre der gangbare Weg. Zumindest, wenn man Laurentius fragt. Fairerweise fragt ihn eigentlich niemand, weil so ne unbequeme Wahrheit, die würde der genauso vorbringen wie eine Bestandsaufnahme der aktuellen Wolkenformationen.


Möchten wir ein Klischee? Wir kriegen ein Klischee! Eligius Travers ist das, was man landläufig als Mörder, Extremist und Terrorgestalt bezeichnet – ein Todesser der ersten Stunde, der in Askaban einsaß, bis der Massenausbruch 1996 ihn wieder in die Freiheit entließ. Schon vor seiner Inhaftierung war er kein Kandidat für den Vater-des-Jahres-Preis gewesen, doch was aus Askaban zurückkehrte, war der fleischgewordene Wahnsinn. Schon immer bildungsfern, engstirnig, gewalttätig – Eligius ist all das, was Laurent verachtet. Die Jahre in der Zelle haben den letzten Funken Verstand und Menschlichkeit ausgebrannt, falls davon jemals etwas vorhanden gewesen war. Er sitzt nun wieder in seinem alten Ohrensessel vorm Kamin, drecküberzogen und ungepflegt, nicht selten nach Blut oder Ruß oder einfach Verdorbenheit stinkend, Grinsen viel zu selbstgefällig für so schlechten Stil oder um Freude auszudrücken. Gegenüber seinem Sohn ist er aufgrund einer Allianz mit einer gewissen Großmutter ziemlich hilflos und das geht ihm ordentlich auf die Eier. Immer wieder Laurent mit seinem kritischen Blick, seiner Klugheit, seiner verdammten Überheblichkeit. Eligius würde ihn am liebsten einsacken und mit dem Dunklen Mal brandmarken, ihn gefügig machen wie Lucy, doch Laurent entzieht sich ihm seit jeher. Eligius wer? Der Vater? Den kennen wir hier nicht. Als der Krieg begann, ließ Eligius seine Familie links liegen, die Anliegen des Dunklen Lords waren alles, was ihn beseelte. Jetzt ist er zurück und gefährlicher denn je, führt seine Tochter wie eine Marionette und verbreitet Terror, wo immer er auftaucht.

Rohesia Travers ist blendend schön – dunkelblondes Haar, helle Augen, natürliche Anmut und geübte Arroganz. Laurent erbte sein gutes Aussehen eindeutig von ihr. Früher hatte sie viele Verehrer gehabt, doch ihre Greengrass-Eltern erwählten Eligius für sie, und brav und wohlerzogen willigte sie in die Eheschließung ein, obgleich sie ihn sich freilich niemals selbst ausgesucht hätte. Sie teilte seine Blutideologie, war überzeugt von der Notwendigkeit der Erhaltung reinen Blutes und stolz auf ihren genau das verkündenden Namen. Doch das Dunkle Mal trug sie nie, nie erhob sie ihren Zauberstab gegen jemanden – aus Gewohnheit war sie schwach gewesen, bildungsbenachteiligt, leidet sie unter ihrer eigenen Beschränktheit. Nach Eligius' Inhaftierung hielt endlich Wohlstand Einzug, ermöglicht durch Laurents ehrgeizige Arbeit, seine Zielstrebigkeit, all das, was sie selbst einst hätte sein können. Sie spürt die Verurteilung ihres Sohnes, auch wenn er sie nie ausspricht. Eligius' Rückkehr versetzte sie in einen Schockzustand – unfähig oder unwillig, ihm Einhalt zu gebieten, wenn er der gemeinsamen Tochter das giftige Gedankengut unterbreitet und Lucy es aufsaugt wie ein Schwamm. Rohesia zog sich in die Küche zurück, trank erkalteten Earl Grey, als sei der Tee ein Wunderelixir, ihre wassertrüben Augen suchten hilflos Laurents Blick. Sie ist eine Frau, die nie gelernt hat, für sich selbst zu sorgen, gefangen zwischen der Liebe zu ihrem wahnsinnigen Ehemann und der Sorge um ihre Kinder. Ihre Passivität ist kein Zeichen von Harmlosigkeit, sondern ein klassischer Fall von Mitschuld durch Untätigkeit – gesellschaftlich akzeptiert, moralisch unerquicklich.

Leucothea hat sich entschieden. Schnell, deutlich und ohne erkennbare Zweifel. Was als Suche nach Anerkennung begann, mündete in fanatischer Loyalität gegenüber einem Vater, der bestimmt eigentlich gar keine Liebe ausdrücken kann. Lucy ist eine Schönheit mit dunklem Haar und dem schieren Ausdruck von Willen in ihrem Blick. Geboren unmittelbar vor den Unruhen, bekam sie nie die besten Karten für eine normale Jugend ausgeteilt. Die frühe Inhaftierung ihres Vaters schien ein Ausweg aus dem Morast der Ideologie, doch ihr älterer Bruder übernahm schnell die Rolle des Familienvorstands – hatte plötzlich wichtige Ansichten, die sie aus Prinzip doof fand, aber Lucy fügte sich zähneknirschend. Laurent war häufig unterwegs, im Ausland, mit seinem besten Freund beschäftigt, bot also keinen Halt für die junge Frau und ließ sie zurück mit einem brennenden Wunsch nach Aufmerksamkeit. Nicht jener Fürsorge einer Mutter, nein – die Anerkennung eines Vaters war es, die sie sich so sehnlichst wünschte. (DADDY ISSUES GALORE!) Nach ihrem Abschluss schloss sie sich dem Werwolffangkommando an, brannte für alle Gerüchte um den erneuten Aufstieg des Dunklen Lords. Die Inhaftierung ihres Vaters war ein Albtraum gewesen, seine Rückkehr ein Erwachen. Lucy fühlte sich, als schüttele man sie wach, als wäre sie endlich in der Lage, die Augen zu öffnen und klar zu sehen. Auf Eligius' Geheiß schloss sie sich den Todessern an, trägt nun das Mal auf ihrem Arm, kehrte ihrem feigen, einfältigen Bruder den Rücken und würde nun endlich die Früchte ihrer Bemühungen ernten. Sie brandschatzt an der Seite ihres Vaters durch Großbritannien, manisch begeistert von der Gewalt, wahnsinnig wie er. Würde Laurent ohne mit der Wimper zu zucken aus dem Leben lichtblitzen, bekäme sie die Gelegenheit.


Die Familie Travers ist vollständig implodiert, zersplittert in unversöhnliche Fraktionen. Eligius und Lucy ziehen als Vater-Tochter-Gespann mordend durchs Land, hinterlassen Leichen und das Dunkle Mal am Himmel über den Städten. Sie sind zu einer Einheit verschmolzen – seine Ideologie, ihre manische Energie, zusammen eine tödliche Kombination. Rohesia konnte Laurent gerade noch rechtzeitig nach Bergen in Sicherheit bringen, zu Sjur und dessen Familie, wo sie nun apathisch vor sich hin vegetiert, unfähig zu begreifen, was aus ihrer Familie geworden ist. (Bis Eligius sie zurückholt, das ist nur eine Frage der Zeit.)
Laurent selbst hat seine Wohnung aufgegeben und sich nach Cornwall zurückgezogen, ins Haus in Mawgan Porth, das durch die Geheimniswahrung geschützt ist. Er lebt dort isoliert mit seinem Kniesel Bedivere, versucht sich in der Abgeschiedenheit eine Art Normalität zu bewahren. Doch sein Beruf als Hitwizard zieht ihn regelmäßig zurück in die Realität des Krieges – zu Einsätzen, bei denen die Frage immer drängender wird: Für wen arbeiten sie eigentlich noch? Das Ministerium ist unterwandert, überall hängen Fahndungsplakate, die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen. Von Vater und Schwester fehlt jede Spur, was Laurent nicht beruhigt, sondern im Gegenteil seine Anspannung erhöht. Er rechnet täglich damit, ihnen bei einem Einsatz gegenüberzustehen – oder, noch schlimmer, in eine Situation zu geraten, in der er ihnen helfen müsste. Helfen, weil sie trotz allem seine Familie sind. Der Wahnsinn seiner Familie ist seine Realität geworden, sein Alptraum, sein Damoklesschwert. Das Schachspiel um die Macht in der Familie hat er verloren, lange bevor Eligius aus Askaban zurückkehrte.
Hello and hi and welcome! ♥ Mein Name ist Belle (Discord: bielski) und Du darfst mich gerne duzen, wenn Du willst. (Heh, am funny like that.) Dieses Gesuch hier dreht sich um die Familie meines Charakters Laurentius. Im Grunde sind die Eckdaten oben verhandelbar, aber sie müssen natürlich sinnig in den Plot eingebaut werden, den ich mit Laurie damit aufmachen möchte. Ich wünsche mir Personen, die Lust haben auf Plotting, auf Action und natürlich auf Drahahahahaaama.
Dabei ist es mir nicht wichtig, ob ihr 2500 Zeichen oder 10000 Zeichen schreibt, sondern vielmehr, dass ihr mit Herzblut bei der Sache seid. Ich selbst bewege mich eher im mittleren bis längeren Postbereich, die Frequenz schwankt natürlich je nach Privatleben - wir sind leider einfach nicht mehr fünfzehn Jahre alt und haben sonst keine Verpflichtungen. Solange wir in Kontakt miteinander stehen (und uns verstehen), sehe ich das eh nicht so eng. Wichtig wäre mir außerdem noch die Eigenständigkeit der Figuren, aber das sollte man ja nicht diskutieren müssen. Bei Fragen oder Nebenwirkungen stehe ich mit Rat und Tat zur Seite.
Das Gesuch ist bewusst recht offen gehalten. Unsere Todesserfraktion braucht (Stand: 29.12.2025) dringend ein bisschen Pepp (oder Pepps, ich weiß nicht so genau), da käme so ein Duo wie Lucy und Eligius gerade recht. Kommt gerne zu uns an den Server, wenn Interesse besteht!
